deutscher Organist und Kirchenmusiker; Thomaskantor in Leipzig 1918-1939; widmete sich v. a. dem Werk Bachs und Händels
* 6. Januar 1873 Berlin
† 27. April 1950 Leipzig
Wirken
Karl Straube wurde am 6. Jan. 1873 in Berlin geboren. Er studierte in Berlin Musik bei Abert Becker, Ph. Rüfer und H. Reimann und gab danach als Organist Konzerte in Deutschland und im Ausland. Nachdem er seit 1897 als Domorganist zu Wesel tätig gewesen war, ging er im Jahre 1902 als Organist an die Thomaskirche in Leipzig. St. war als solcher Wegbereiter Max Regers, der ihm seine Orgelwerke zusandte, ehe sie in Druck gingen. Zu seinen Schülern gehören Günther Ramin Kurt Thomas, Günther Raphael, Fritz Stein, Distler, David. Im Jahre 1918 wurde St. Thomaskantor und Leiter des Thomanerchores, den er durch In- und zahlreiche Auslandsreisen zu neuem Ruhm führte. Mit dem Thomanerchor und mit dem gemischten Chor des Leipziger Bachvereins, den St. 1903 übernommen hatte, führte er als Leiter der weltberühmten Bachfeste in Leipzig die Kantaten und die grossen Chorwerke Bachs auf. Zum ersten Male erklang unter seiner Leitung das "Musikalische Opfer" und die "Kunst der Fuge", die bisher als unaufführbar gegolten hatten. Daneben widmete sich St. auch der Pflege anderer ...